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Wissenschaft

Wissenschaft, im statischen Sinn die systematisch geordnete Erkenntnis bzgl. bestimmter Themenbereiche bzw. die Gesamtheit allen Wissens zu einem bestimmten Zeitpunkt, im prozessualen Sinne die stetige Erweiterung dieses Wissens mit geeigneten Methoden, sowie im institutionellen Sinne die Gesamtheit der Personen und Institutionen, die mit diesen Methoden arbeiten. Die W. erweitert das Wissen in der Forschung und vermittelt es in der Lehre. Dabei nutzt sie vorwiegend rationale Methoden, um der Gesellschaft Lösungsvorschläge für ausgewählte Probleme oder Fragestellungen anzubieten.

Klassifizierungsversuche

Je nach Zeit und Kulturraum werden W. unterschiedlich klassifiziert. Die heute im deutschsprachigen Raum übl. erste Grobklassifizierung erfolgt zw. Geisteswissenschaften, Naturwissenschaften und Mathematik, Ingenieurwissenschaften, sowie Medizin, wobei einige Autoren die Geistesw. als wertende, die anderen als wertfreie W. bezeichnen. Windelband betonte die unterschiedlichen Ansprüche an die Generalisierbarkeit von wissenschaftl. Erkenntnissen, charakterisierte so Geisteswissenschaften als idiographisch (das Einzelne beschreibend), Naturwissenschaften dagegen als nomothetisch (Gesetze aufstellend), in den heutigen W. verschwimmt diese Differenzierung jedoch langsam.

Im engl. Sprachraum wird eher unterschieden zwischen den Naturwissenschaften, der Mathematik, den Sozialwissenschaften (social sciences) als eigenständige Gruppe, den applied sciences, in die unter anderem die Ingenieurwissenschaften, die Rechtswissenschaften, Wirtschaftswissenschaften und die Medizin eingruppiert werden, und den humanities, die im wesentlichen die dann noch verbleibenden Geisteswissenschaften (insb. die Philologien, Philosophie, Geschichte und Theologie) umfasst.

Wissenschaftliche Methode

Als Grundprinzip der wissenschaftlichen Methode gilt - spätestens seit Karl Poppers kritischem Rationalismus - das Wissen um die Fehlbarkeit und Nicht-Beweisbarkeit von Theorien. Wissenschaft entwickelt sich im Aussortieren als falsch erkannter Annahmen.

Wissenschaft bildet und erörtert Hypothesen zur Erklärung beobachteter Phänomene. Wesentl. Anspruch an die W. ist es, diese Erklärungsmodelle falsifizierbar zu gestalten, also anzugeben, unter welchen Bedingungen eine Aussage als widerlegt gelten kann.

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